Schlafstörungen Was uns so alles den Schlaf rauben kann
„Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“ (Immanuel Kant) Schlaf in der Mythologie Hypnos, der Gott des Schlafs, war ein Sohn der Nyx, der griechischen Göttin der Nacht. Er wanderte über Land und Meer, um allen Kreaturen Beruhigung, Schlaf und sanfte Träume zu spenden. Sein Zwillingsbruder Thanatos war übrigens der Gott des Todes, der Schlaf ist also der Bruder des Todes. Hypnos wohnte im Hades, der Unterwelt. Sein Sohn war Morpheus, der Gott des Traums. In der griechischen Mythologie sind also die tatsächlichen Verhältnisse ganz richtig abgebildet: Die Nacht gebiert den Schlaf, und dieser ist der Vater des Traums.
Was ist eigentlich Schlaf? Schlaf ist ein Ruhezustand, in dem das bewusste Erleben aufgehoben ist. Es gibt verschiedene Schlafstadien, die zyklisch durchlaufen werden. In einer Nacht mit normalem Schlaf gibt es ca. 3-5 solcher Schlafzyklen., wobei die Schlaftiefe immer geringer wird. Dazwischen gibt es so genannte REM-Schlafphasen (REM = rapid eyes movement = schnelle Augenbewegungen). In diesen REM-Schlafphasen ist die Schlaftiefe besonders gering, während die Weckschwelle besonders hoch (= paradoxer Schlaf). In dieser Phase finden besonders häufig Träume statt (aber nicht nur in dieser Phase). In den Phasen geringer Schlaftiefe kommt es häufig zum Erwachen, was aber nicht immer am nächsten Morgen erinnert wird (genau wie die meisten Träume). Der Schlaf ist in den normalen 24stündigen biologischen Rhythmus quasi „eingebettet“. Die Schlaftendenz ist am größten nachts zwischen 2 und 6 h. Der Schlaf dient der körperlichen und geistigen Erholung. Außerdem ist er bedeutsam für unser seelisches Befinden, wobei das Traumerleben eine große Bedeutung hat, auch wenn wir uns nur selten an unsere Träume erinnern können. Das Träumen dient wohl auch dem Verarbeiten seelischer Probleme.
Definition und Häufigkeit – Was sind eigentlich
„Gut schläft, wer gar nicht merkt, dass er schlecht schläft.“ schrieb schon der römischer Aphoristiker Publius Syrus. Etwa 20 % der Erwachsenen in Deutschland klagen heute über Schlafstörungen (nach verschiedenen Untersuchungen sind es 15-35 %). Die Insomnie, wie der medizinische Fachbegriff lautet, wird dabei als Ein- und Durchschlafstörungen bzw. „Nicht erholsamen Schlaf“ sowie daraus resultierende Beeinträchtigungen der Tagesbefindlichkeit über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen definiert. Der Schlaf kann dabei auf unterschiedlichste Art und Weise gestört sein: ♦ Einschlafstörungen ♦ Durchschlafstörungen ♦ Zu kurzer Schlaf, zu frühes Erwachen ♦ Nicht erholsamer Schlaf ♦ Quälende Alpträume Dies sind die häufigsten Klagen. Mischformen können natürlich vorkommen. Die Beurteilung von Schlafstörungen ist äußerst subjektiv. Während es dem Einen überhaupt nichts ausmacht, beim Einschlafen eine halbe Stunde wach zu liegen, wird der Andere schon unruhig, wenn er nach einer Viertelstunde nicht eingeschlafen ist, weil er am nächsten Morgen fit sein muss. Ähnlich verhält es sich bei den Durchschlafstörungen: Der Schlaf kann beispielsweise lästig unterbrochen sein, weil jemand nachts häufig auf die Toilette muss. Hier ist also nicht primär der Schlaf gestört, vielmehr muss nach der Ursache der Nykturie (nächtliches Wasserlassen) gesucht werden (z.B. bestimmte Herz- oder Nierenerkrankungen). Ein dem Schlaf zuzuordnendes Problem kann es allerdings sein, wenn Sie nach einer kurzen Schlafunterbrechung unverhältnismäßig lange benötigen, um wieder einzuschlafen. Ob ein als zu kurz empfundener Schlaf wirklich zu kurz ist, sollten Sie sehr kritisch prüfen. Darauf werden wir später noch eingehen. Wichtiger als die quantitative scheint die qualitative Beurteilung des Schlafes zu sein. Wenn Sie den Schlaf als nicht erholsam empfinden, wenn Sie sich morgens beim Erwachen wie „gerädert“ fühlen – vielleicht sogar trotz ausreichender Schlaflänge -, wenn Sie tagsüber ständig müde und unkonzentriert sind, dann besteht ein Leidensdruck und damit eine Behandlungsbedürftigkeit. Alpträume können die Qualität des Schlafes ebenfalls enorm beeinträchtigen – jedenfalls, wenn sie häufig auftreten und sehr quälend sind. Einige wichtige Ursachen von Schlafstörungen (unvollständige Liste):
♦
Überfunktion der Schilddrüse: Die Schilddrüse stellt gewissermaßen
den Taktgeber unseres gesamten Stoffwechsels dar. Symptome einer Überfunktion
sind u.a. Unruhe, Nervosität, Bewegungsdrang,
♦ Schlafapnoesyndrom: Schnarchen Sie sehr stark? Berichtet ihr Partner, dass Sie nachts mitunter für einige Sekunden mit der Atmung aussetzen? Sind Sie tagsüber manchmal so müde sind, dass Sie zum Einschlafen neigen? Dann sollten Sie sich in einem Schlaflabor auf das so genannte Schlafapnoesyndrom untersuchen lassen. Wenn es nachts zu häufigen Atemstillständen kommt oder diese zu einem deutlichen Sauerstoffmangel führen, dann sollten Sie sich auf jeden behandeln lassen (und selbst die richtigen Maßnahmen bezüglich der Lebensweise ergreifen). Manchmal kann der HNO-Arzt das Problem lösen, wenn bestimmte anatomische Veränderungen im Hals-Nasen-Gebiet vorliegen. Oft hilft eine Umstellung der Medikamente: Betablocker können eine Schlafapnoe verstärken, ebenso Tranquilizer, die ja gerade bei Schlafstörungen oft eingesetzt werden. Diese Medikamente sollten Sie bei Schlafapnoe weglassen oder durch andere ersetzen (wenn irgend möglich, dies müssen Sie aber unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen). Der Verzicht auf Alkohol ab dem Mittag kann das Schlafapnoesyndrom sehr günstig beeinflussen, da Alkohol fast immer zu einer Verstärkung der Erkrankung führt. Maßnahme Nummer 1 ist allerdings die Gewichtsreduktion. Die überwiegende Mehrzahl aller Patienten mit Schlafapnoe bräuchte überhaupt keine andere Maßnahme als nur ein halbwegs vernünftiges Gewicht. Als letzten Ausweg gibt es noch das so genannte CPAP-Gerät. Dabei findet im Schlaf durch eine Maschine gewissermaßen eine Überdruckbeatmung statt, die die Atemwege offen hält. Patienten berichten danach von einem deutlich besseren und erholsamen Schlaf. Leider wird diese aufwändige und teure Maßnahme heute fast reflektorisch den Patienten mit Schlafapnoe verordnet, ohne dass die anderen oben beschriebenen Maßnahmen ausprobiert worden wären (insbesondere die Gewichtsreduktion).
♦
Internistische, orthopädische oder sonstige Erkrankungen: Bestimmte
Erkrankungen können zu Schlafstörungen führen. Beispielhaft seien hier die
Herzschwäche
und
♦ Emotionale Gründe: Trauer, Prüfungsangst, aber auch Vorfreude können den Schlaf massiv stören. „Den Ahnungslosen schenkt der Herr einen leichten Schlaf.“ sagte schon Julius Caesar. Gerade empfindsame, mitfühlende Menschen können durch emotionalen Aufruhr im wahrsten Sinne des Wortes um den Schlaf gebracht werden. „Leere Deinen Kopf bevor Du Dich schlafen legst, wie Du auch Deine Taschen leerst.“ gibt den Ratschlag, dass Grübeleien und Gedanken an Probleme vor dem Schlaf nichts zu suchen haben. Der Tag ist für die Bewältigung von Problemen da, die Nacht für den Schlaf. ♦ Psychische/psychiatrische/neurologische Erkrankungen: Depressive, neurotische oder andere psychische Störungen können dem Betroffenen ebenfalls den Schlaf rauben – ebenso neurologische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose. Geeignete psychotherapeutische und/oder medikamentöse Maßnahmen können hier Abhilfe schaffen und so indirekt auch den Schlaf verbessern.
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♦
Genussmittel: Das kennen Sie vielleicht aus eigener Erfahrung:
Alkohol kann sehr müde machen. Nach einer größeren Menge schlafen Sie unter
Umständen „wie ein Stein“. Das Problem ist aber Folgendes: Das Schlafprofil, die
Abfolge von Phasen geringerer und tieferer Schlaftiefe sowie die
Traumschlafphasen werden negativ beeinflusst. Schauen Sie sich nach Alternativen
zur Behandlung der Schlafstörungen um (wie sie im 2. Teil angegeben sind).
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
- verpassen Sie nicht
Teil 2 mit
den 10 goldenen
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
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